Schön, dass du da bist!
Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern in meine Bibliothek!
Sinnerfassendes lesen ist eine der kernkompetenzen, die keinesfalls verloren gehen darf. Daher ist es wichtig, dass es orte gibt an denen es zu kontakten zwischen gleichgesinnten leserInnen und deren lieblingsbüchern kommt. Die schmökeria soll so ein ort sein, wo es jedem und jeder möglich ist in ruhe in den büchern zu blättern oder wenn es einmal schnell gehen muss, nur die online reservierten bücher abgeholt werden.
Die sieben Grundsätze Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität dienen als Grundlage des täglichen Miteinanders. Egal woher jemand kommt, welche Religion, welchen sozialen Status, welches Geschlecht oder welches Alter er oder sie hat: Rotkreuz-Mitarbeiter_innen sind für jeden gleichermaßen da.
Wir fungieren als Zentrum von Bildung, Kultur und Information und übernehmen eine sozial-integrative Funktion in der Gesellschaft.
Als öffentliche Bibliothek stellen wir als bedeutendste außerschulische Bildungsinstitution ein vielfältiges Angebot und kompetente Beratung zur Verfügung. Wir tragen zur Förderung der Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen bei und unterstützen Erwachsene bei ihrer Aus- und Weiterbildung.
Die schmökeria ist ein Ort der Literaturvermittlung und versteht sich als Drehscheibe vielfältiger kultureller Aktivitäten.
Wir sind ein Ort der Begegnung und der Kommunikation: Alle Menschen können sie ohne Barrieren und frei von Konsumzwang für Weiterbildung und Austausch nutzen.
Öffentliche Bibliotheken sind moderne Kommunikationseinrichtungen. Sie bieten analoge [und digitale] Medien und vermitteln Informationskompetenz. Als demokratische Institutionen tragen Büchereien dazu bei, die Kluft zwischen Informations-Armen und Informations-Reichen und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu überbrücken.
Die Bibliothek in Großkrut im nordöstlichen Weinviertel– auch liebevoll „Schmökeria“ genannt – wurde am 26. Februar 2010 als neues „Baby“ des Sozialen Dienstes des RK eröffnet.

Die Initiative für dieses Projekt kam von Elfriede Dietzinger, die sich zwar eine Mitarbeit beim Roten Kreuz vorstellen konnte, für die aber die bisherigen Einsatzbereiche des Sozialen Dienstes nicht die passenden waren. Daher wurden schnurstracks zahlreiche Bücher gesammelt und so manche Dachböden wurden um Leselektüren „erleichtert“. Als Mitstreiterin hat sich Andrea Peterla bei der Katalogisierung und Erfassung in einer EDV-Datei gemeldet und so wurde aus dieser Bekanntschaft eine große Freundschaft.
Durch die tatkräftige Unterstützung von Heinz Gaier wurde die Ortsstelle Großkrut zu einer richtigen Bibliothek umgewandelt. Ehemalige Garderobenkästen wurden in Bücherschränke umgebaut, jede Lücke wurde mit Regalen gefüllt und schon bald konnte die Schmökeria ihre Pforten öffnen.

Die Schmökeria umfasste zu dieser Zeit ca. 3.000 Bücher, wobei alle Themenbereiche vertreten waren. Durch freiwillige Spenden und Schnäppchenjagden konnten auch völlig neu auf dem Markt erscheinende Bücher angeschafft werden, was durchaus im Sinne unserer Stammleser war, deren Altersspanne sich zwischen 2 – ??? Jahren bewegte .
Am meisten geschätzt wurden vor allem unsere „Geschäftsbedingungen“ für den Verleih der Bücher. Es gab nämlich weder eine Ausleihfrist noch eine Leihgebühr. Um uns beim Ankauf neuer Bücher zu unterstützen, durfte man natürlich gerne spenden.
Viele Kinder und Erstlesende nutzten daher diese Gelegenheit, um sich Bücher für diverse Schulreferate günstig und einfach auszuborgen. Aber auch Erwachsene freuten sich, wenn sie keinem Zeitdruck beim Lesen ausgesetzt waren. Somit konnte man dieses wunderbare „Hobby“ auch wirklich genießen.

Besonders wichtig bei der Errichtung dieser Bibliothek war natürlich die Idee dahinter, Menschen zum Lesen zu animieren. Daraus ergaben sich auch immer wieder interessante Gespräche und Diskussionen über diverse Bücher oder andere Alltagsthemen, die uns beschäftigten. Während der Öffnungszeiten, die anfänglich einmal wöchentlich jeden Freitag von 17-19 Uhr veranschlagt wurden, waren natürlich auch „Nichtleser“ für ein Plauscherl gerne gesehen. Natürlich konnte aber ein Buch schon mal ein netter Einstieg in eine gemütliche Unterhaltung sein.
Besonders berührend waren aber solche Momente, wo wir Lesern vielleicht nie persönlich begegnet sind, da sie bettlägerig oder nicht mehr mobil waren und sie auf ihre Angehörigen angewiesen waren, dass ihnen Leselektüre nach Hause gebracht wurde. Als wir dann von den Angehörigen hörten, dass wir mit den ausgeliehenen Büchern noch einige schöne Augenblicke bereiten durften, hat uns besonders gefreut.
Für diese Momente lohnte sich jeder Zeitaufwand, den wir bis jetzt in die Schmökeria gesteckt haben. (Text & Fotos: Andrea Peterla, in memoriam Elfi Dietzinger)


Mit einem neuen Team, einer kompletten Reorganisation und Umstellung auf ein EDV- und webbasiertes Entleihsystem wird die Schmökeria im Frühjahr 2026 mit neuem Elan wieder in Betrieb gehen. Für das Jahr 2028 ist dann auch eine Übersiedlung an einen neuen, barrierefreieren Standort geplant.